in den Neubau von 47 bezahlbaren barrierefreien Mietwohnungen in Energieeffizienzhäusern und in die Modernisierung von zwei Wohngebäuden mit 64 Wohnungen.
Mit ihren Projekten ist sie Partner im INTERREG „GReENEFF“-Programm der Europäischen Union. Die Gemeinnützige Bau- und Siedlungs-GmbH Saarlouis (GBS) hat in den Jahren 2018 bis 2021 kräftig in sozialen, klimafreundlichen Wohnungsbau investiert. 40 neue bezahlbare Mietwohnungen, davon 50 % Sozialwohnungen, entstanden in der Innenstadt im Husarenweg und weitere 7 Sozialwohnungen in der Herrenstraße im Stadtteil Roden. In der Fasanenallee wurden zwei Gebäude aus den Jahren 1965 mit 64 Wohnungen umfangreich energetisch modernisiert.
Mit ihren drei Projekten ist die GBS Saarlouis Partner im „GReENEFF-Grenzüberschreitendes Netzwerk zur Förderung von innovativen Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und der Energieeffizienz in der Großregion“, des Programms INTERREG V A Grande Région/Großregion der Europäischen Union. Dort tauschen, grenzüberschneidend, Initiatoren, Planer und Projektentwickler ihre Erfahrungen aus und stellen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung in Luxemburg am 12. Mai 2022 wurden auch die Projekte der GBS Saarlouis vorgestellt. Im Resümee der ARGE Solar e.V., die für die Umsetzung des GReENEFF-Programms verantwortlich ist, liest sich: „Jedenfalls war und ist die GBS mit ihren drei saarländischen Pilotprojekten eine tragende Säule des Projekts und hat maßgeblich zu dessen Erfolg und grenzüberschreitender Reputation beigetragen“ und dieses „in der schwierigen Zeit hervorragend umgesetzt“.
Knut Kempeni: „Wir haben bereits vor 30 Jahren begonnen, unsere Gebäude von überwiegend Öl- aber auch Erdgasbefeuerung auf CO2-neutrale Fernwärme umzustellen. Überall dort, wo Fernwärme ist, sind unsere Gebäude angeschlossen. Gleichfalls haben wir, um den Energieverbrauch zu reduzieren, unsere Gebäude nach und nach energetisch modernisiert und dabei sehr darauf geachtet, dass die Miete bezahlbar bleibt. Bei der Neubauplanung waren Klimaschutz, Barrierefreiheit und Bezahlbarkeit oberstes Gebot, welches wir bei den Projekten in der Herrenstraße, im Husarenweg und in der Fasanenallee Dank der Förderung von EU, Bund und Land umsetzen konnten. Unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter und sind für Innovatives immer zu haben, was mit ein Grund dafür war, uns an dem grenzüberschreitenden Netzwerk der EU zu beteiligen.“
Die Umsetzung des fertig geplanten letzten Bauabschnittes im Husarenweg mit weiteren 67 Wohnungen und einem Quartiersgebäude für gemeinschaftliche Treffs und Aktionen muss wegen der aktuell unkalkulierbaren Lage mit Materialengpässen, Kostensteigerungen und dem Wegfall der bisherigen KfW-Förderung vorerst zurückgestellt werden.
Im Stadtteil Saarlouis-Roden wurde durch die GBS eine, seit vielen Jahren im Zentrum in der Herrenstraße 33-35 klaffende, Baulücke mit einem modernen, voll barrierefreien Neubau mit 7 Sozialwohnungen geschlossen. Eine große rollstuhlgerechte Wohnung für eine Wohngemeinschaft für Personen mit Handicap konnte darin als erstes Pilotprojekt im öffentlich geförderten Wohnungsbau im Saarland umgesetzt werden. Die sich schon von „klein auf“ kennende Gruppe konnte so zusammenbleiben, anstelle in unterschiedlichen Einrichtungen weit weg voneinander untergebracht zu werden.
Im Wohnquartier im Husarenweg wurden die beiden im Jahr 1974 errichteten Gebäude Haus 16+18 mit insgesamt 40 Wohnungen in den Jahren 2016/2017 umfassend energetisch modernisiert.
Die hohe Nachfrage nach Wohnraum und der bauliche Zustand der 6 Wohnhäuser mit jeweils 4 Wohnungen aus den 60er Jahren entlang dem Husarenweg führte im Jahr 2017 zu einer Überplanung der dortigen Fläche. Um den Charakter der Wohnanlage und möglichst viel Grünflächen zu erhalten, wurde auf eine mögliche maximale Verdichtung verzichtet. Bereits im April 2018 wurde mit dem Rückbau eines Wohnhauses begonnen und auf der Fläche ein Riegel- und ein Punkthaus mit insgesamt 19 barrierefreien Wohnungen errichtet. Fertigstellung und Erstbezug war im Sommer 2019. Im Jahr 2020 und 2021 wurden zwei weitere Riegelgebäude mit 21 Wohnungen fertig gestellt. Insgesamt wurden 5 Wohnungen rollstuhlgerecht hergerichtet, weitere können bedarfsgerecht einfach nachgerüstet werden. Die neuen Gebäude verbrauchen nur noch 25 kWh pro qm/Jahr an Energie. Über die installierte Photovoltaikanlagen auf den Dächern mit einem Pufferspeicherns werden die gemeinschaftlichen Anlagen mit Strom versorgt und jeder Mieter hat die Möglichkeit seinen Haushaltsstrom hierüber zu beziehen.
In den 70er Jahren wurden von der GBS in der Fasanenallee vier Wohngebäude mit jeweils 32 Wohnungen gebaut. In drei Gebäuden befinden sich Mietwohnungen, in einem Haus Eigentumswohnungen. Das Gebäude Fasanenallee 2 wurde im Jahr 2008-2009 als Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) energetisch modernisiert und mit einer Solaranlage zur Wärmeerzeugung ausgestattet. Der Vergleich mit den unsanierten Gebäuden und die gemachten Erfahrungen führten jetzt zur Umsetzung der energetischen Modernisierung der beiden Gebäude in der Fasanenallee 4 + 6, deren Energieverbrauch sich um rund 66 %, von bisher ca. 180 kWh pro qm/Jahr auf 60,7 kWh pro qm/Jahr, reduziert. Darüber hinaus wurde der Eingangsbereichoffener gestaltet, ein rollstuhlgerechter Personenaufzug eingebaut, der Brandschutz verbessert und auf den Dächern eine Photovoltaikanlage mit Pufferspeichern zur Stromversorgung der gemeinschaftlichen Anlagen, wie Aufzug, Heizanlage, und für den Haushaltsstrom der Mieter errichtet.
Bauherr: Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH, Saarlouis (GBS)
Architekt: bhk architekten GmbH, Saarlouis